Bei Inidenz unter 100: Europa-Park öffnet am Freitag bereits testweise für 3000 Besucher, ab Pfingstsamstag werden es mehr

„Jetzt schaue ich morgens nicht aufs Wetter, sondern auf die Inzidenz“, sagt Europa-Park-Gründer Roland Mack im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeine (FAZ). Ein Inzidenzwert unter 100 und ein Modellprojekt des baden-württembergischen Sozialministeriums macht es möglich: Laut FAZ wird der Park am kommenden Freitag öffnen, aber nur „für 2000 bis 3000 Besucher“ als erster Test, wenn alles gut funktioniert sollen es am Pfingstsamstag dann 10.000 werden und im „Normalbetrieb“ rund 20.000. Normalbetrieb ist das natürlich nicht, in Tagen vor Corona tummelten sich gerne 40.000 Menschen im Europa-Park.

Dank des Modellprojekts unter Begleitung der Universität Freiburg kann der Park jetzt schneller öffnen, man hatte eigentlich in Rust auf eine Öffnung zu Ostern hingearbeitet. Das hatte nicht geklappt, jetzt geht man langsame Schritte: Die vorsichtige Öffnung (Inzidenz am gestrigen Freitag im Ortenaukreis: 78,4) hat auch mit dem Testszenario zu tun, der Eintritt in den Park wird nur mit Schnelltest, Impfpass oder Bestätigung über eine Genesung möglich sein.

Wer Roland Mack kennt, der weiß, dass der Parkchef in solchen Interviews aus seinem Herzen keine Mördergrube macht und frank und frei seine Meinung kundtut. Die Redakteurin der FAZ beschreibt, dass trotz Aussicht auf Öffnung dem Parkgründer keine unbeschwerte Freude anzumerken sei. Vielmehr sorge er sich „um die Familie mit drei Kindern, die plötzlich ohne Test vor den Toren Parks steht“. Eine eigene Teststation ist zwar aufgebaut, aber die wäre sicherlich am Ende ihrer Belastungskurve, wenn ein paar tausend Besucher getestet werden müssten.

Deshalb ist auch die Gemeinde Rust aktiv und verhandelt mit einem externen Leistungsanbieter über Teststationen im Dorf für die Übernachtungsgäste. Angedacht ist auch eine weitere Lösung, dass die Beherbergungsbetriebe selbst testen.

Für das Europa-Park Resort, dazu gehören auch eine Reihe von Hotels und der Wasserpark Rulantica gehören, muss es jetzt losgehen. Der Umsatzverlust durch Corona beziffert Roland Mack auf 300 Millionen Euro. „Und wenn das mit der Deckelung der Besucherzahl bleibt, können uns nochmal 100 Millionen Euro fehlen“, wird Mack wörtlich zitiert.

Aktuell sind noch 3000 der 4500 Mitarbeiter in Kurzarbeit, aber auf Zuschüsse und Hilfen musste das Unternehmen lange warten: „Die Novemberhilfe haben wir vor zwei Wochen bekommen. Und wenn die Überbrückungshilfe 3 für größere Unternehmen nicht erhöht wird, dann wäre der Schadensausgleich in unserem Fall nur bei 18 Prozent“, erzählt Mack von den Hilfen.

Der 71-jährige muss sich aber nicht nur um das Europa-Park-Resort sorgen. Sein Blick geht auch in das Stammhaus nach Waldkirch, wo Fahrgeschäfte für Parks in aller Welt produziert werden. Noch ist die Produktion ausgelastet, ein großes Fahrgeschäft für Amerika sei aber bereits storniert worden. Wie bei anderen Branchen könnte ja China helfen, wo man zwei Verträge abschließen konnte.

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