Ehrenamtliche Vortragsreihe „Neue Perspektiven“ im Europa-Park: Erkrankte Zähne und ihre Bedeutung für den Körper

Es ist ein Thema, das uns allen am Herzen liegt, obwohl es eigentlich im Mund verankert ist. Sie bringen uns Genuss oder Verdruss – die Zähne. Dr. Wolfgang Blien, Zahnarzt, Zahntechniker und Heilpraktiker referierte am 28. September im Rahmen von Marianne Macks ehrenamtlicher Vortragsreihe „Neue Perspektiven“ über den Zusammenhang von Zähnen und Organismus. Den rund 200 interessierten Gästen beantwortete er viele Fragen, die man schon immer einmal einem Zahnarzt stellen wollte.

„Erkrankte Zähne und ihre Bedeutung für den Körper“ ist der Titel seines Vortrags und was er sagt, hat Hand und Fuß und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn schmerzt der Zahn Nr. 24, auch kleiner Backenzahn genannt, so kann das durchaus zu gesundheitlichen Beschwerden an den Händen, Füßen, der Lunge oder dem Zwölffingerdarm führen. Ganzheitlich arbeitende Zahnärzte sehen einen Zusammenhang und eine Wechselwirkung zwischen den Zähnen und Organen. Ein erkrankter Zwölffingerdarm kann also auch dem kleinen Backenzahn zu schaffen machen. „Die Betonung liegt auf kann“, sagt Wolfgang Blien und nicht auf „muss“. „Doch der Mund ist der Eingang aller Krankheiten und der Ausgang aller Leiden“, so ein chinesisches Sprichwort. So können Bissstörungen oder Zahnschäden zu Rückenschmerzen führen und so lohnt sich vielleicht der Weg zum Zahnarzt und dessen Blick auf Weisheits- Backen-, Eck- und Schneidezahn.
Doch wenn der Kiefer plagt, durchbeißen im wahrsten Sinne des Wortes schwer fällt, das Lächeln nur noch verkniffen ist und der Zahn der Zeit an unseren Zähnen nagt, haben wir ein Problem und die Qual der Wahl. Wurzelbehandlungen sind die Regel, wenn der Zahn abgestorben ist. „Das ist aber keine Dauerlösung“, sagt der Zahnarzt, „in der Regel muss er nach drei Jahren komplett entfernt werden.“ Jeder abgestorbene Zahn sendet unvermeidlich schädliche Stoffe ab, die sich im ganzen Körper ausbreiten können. Selbst bei sorgfältigster Füllung der verzweigten Wurzelkanäle können sich Herde für Bakterien und andere Keime bilden. „Wir versuchen, Zähne zu erhalten, doch auf Kosten des gesamten Organismus“, so Blien.
Der Zahnarzt hat viele Grafiken mitgebracht, die verdeutlichen, welch kompliziertes Gebilde unsere Zähne sind. Implantate und Füllungen sind ein großes Thema, doch das Wichtigste ist die Mundhygiene. Vier Minuten Zähne putzen – mindestens, ohne Ausreden. Zahnstein sind nicht weggeputzte Speisereste und eine Veranlagung für schlechte Zähne gäbe es einfach nicht. Zahnseide, Zahnbürsten, gute Zahnpasta, richtiges Putzen und regelmäßige, professionelle Mundreinigung sind die Zauberworte für gesunde Zähne.
Die Fragestunde dauert lang. Wann konnte man sich zum letzten Mal so lange mit seinem Zahnarzt unterhalten? Dr. Wolfgang Blien weiß Antworten, gibt gezielt Tipps und die Zuhörer sind begeistert. Mit einen Lächeln auf den Lippen und vielen wertvollen Informationen gehen sie nach Hause. In der Hand halten sie eine kleine Tube Zahnpasta – ein Geschenk von Marianne Mack, die sich freut, mit den Spenden des Abends das Schicksal eines jungen Mannes aus der Region etwas erleichtern zu können, der im Ausland einen schweren Motorradunfall erlitten hat.