Fassade des kommunalen Kindergartens ist eine Hommage an Hundertwasser


Diese Feierstunde hätte dem österreichischen Künstler Friedensreich Hundertwasser gefallen. Bei strömenden Regen hat Zirkusseelsorger Adrian Bolzern am Mittwoch die Kinder und die zum Teil neugestaltete Fassade des kommunalen Kindergartens gesegnet. Hundertwassers Werke standen dafür Pate. Und der Künstler, der sich selbst zu Lebzeiten den Vornamen „Regentag“ gegeben hatte, dürfte sich über den Regen gefreut haben.
Scherzhaft war der kommunale Kindergarten nach der Eröffnung „Black Box“ genannt worden. Die Bevölkerung konnte und wollte die künstlerische Intention des Architekten nicht verstehen, der mit der schwarzen Farbe die „Rückwärts-Patina“ eines Tabakschopfes schaffen wollte. Der Unmut in der Bevölkerung und die teilweise sarkastischen Witze über die Fassadenfarbe sorgten dafür, dass Bürgermeister Günter Gorecky in seinen letzten Amtstagen eine Umgestaltung der Fassade vorantrieb. Sie sollte allerdings nicht von einer Malerfirma, sondern von den Kindern der kommunalen Einrichtung vorgenommen werden .
Als Glücksfall erwies sich für die Gemeinde, dass im Team des Kindergartens Kerstin Mullan tätig ist. Die staatlich anerkannte Erzieherin ist auch Atelier- und Werkstattpädagogin. Kindergartenleiterin Donate Hupfer stellte dem Gemeinderat die Gestaltung der Fassade mit Gemälden im Hundertwasser-Stil vor und der Gemeinderat stimmte zu. Hundertwasser war das richtige Vorbild, neben „Regentag“ hatte er sich als weiteren Vornamen „Dunkelbunt“ gegeben.
Am Mittwochnachmittag wurde nun die Fertigstellung gefeiert. Dabei dankte Donata Hupfer besonders dem früheren Bürgermeister Gorecky und seinem Nachfolger Kai-Achim Klare. Klare freute sich über das gelungene Projekt und dankte dem Kindergartenteam mit den Kindern für ihr Engagement.
Das Projekt selbst stellte Kerstin Mullan vor, die von einer rundum gelungenen kindgerechten Aktion sprach. Die Kinder hatten eine Hundertwasser-Ausstellung in der Kunsthalle Messmer in Riegel besucht und waren dann ans Werk gegangen. Die Werke wurden in der Siebdruckabteilung des Europa-Park gedruckt und auf Alu-Dibond-Schildern angebracht: witterungsfest und lichtbeständig mit vielen Jahren Haltbarkeit. Siebdruckchef Michael Gebhard vom Park hat dabei eng mit den Kindern zusammengearbeitet. Die Kinder waren zur Herstellung auch in der Werkstatt. Die Kinder hatten auch das Programm des Einweihungsfests geplant: mit Lichterketten, einer Tanzvorführung und natürlich einem Vesper.
Besonderen Dank zollten Donata Hupfer und Kerstin Mullan dem Europa-Park, vertreten durch Marianne und Miriam Mack. Miriam Mack, selbst Mutter eines Kindergartenkindes, hatte das Projekt koordiniert und die Verbindungen hergestellt. Als Zeichen des Dankes überreichte jedes Projektkind an Marianne Mack eine Rose, die den Strauß mit ihrer Schwiegertochter teilte.
Zirkusseelsorger Adrian Bolzern, der zufällig an diesem Tag im Europa-Park war, übernahm in Vertretung von Pfarrer Michael Gartner die Segnung. Bolzern nannte die Kinder „bunte Farbtupfer“, die das Leben einer Gemeinschaft ausmachten. Die bunten Werke an der Fassade spiegelten die Kinder der Gemeinde wider. Dass dem Geistlichen bei der Segnung ein Teil des Weihwasserpinsels davon flog, sorgte für allgemeine Erheiterung. Mit einem Lichtertanz und einem Weihnachtslied wurde das Programm im Foyer des Kindergartens beendet und man ging zum Vesper mit Limonade über. So hatten es die Kinder bestimmt.

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