Feuerwehr rückte umsonst aus: Engagierter Fotograf auf Kran war doch kein Selbstmörder


Alarm bei der Ruster Feuerwehr am Samstagabend. Was sich wie ein Fehlalarm der üblen Sorte liest, das ist dann doch eine Begebenheit mit einer gehörigen Prise Humor. Es darf gelacht werden.

Diese Meldung geht auf einen Anruf bei der Leitstelle zurück: Eine Person beobachtete auf einem Kran auf der Baustelle des Wasserparks einen Mann, der in schwindelnde Höhen über einen Ausleger klettert. Schnell ist klar: Das könnte ein Mensch mit Suizidgedanken sein, dem Mann muss also geholfen werden. Kurzerhand alarmiert die Leitstelle die Ruster Feuwehr, die ist nämlich mit der neuen Drehleiter für solche Höhenrettungen geradezu prädestiniert.
Das Kommandofahrzeug rückt als Vorhut aus. Beim Kran auf der Baustelle des Wasserparks ist dann schnell geklärt, dass die Drehleiter in der Garage bleiben kann. Bei dem Mann handelt es sich nicht um einen suizidgefährdete Person, sondern um einen engagierten Fotograf aus einer Stadt am Fuße des Kandel, der im Zivilberuf einer anderen Beschäftigung nachgeht.
Der romantische Fotograf liebt die außergewöhnliche Perspektive und ganz besonders die orangenen-leuchtenden Sonnenuntergänge aus der Sicht eines Kranführers, obwohl er diesen Beruf nicht ausübt. Dafür kraxelt er regelmäßig sportlich auf den Kran-Ungetümen rum, mit Erlaubnis des Bauherrn natürlich, auch um die eigene Fitness auszubauen.
Es muss jetzt eine Lösung für ihn gefunden werden. Vielleicht wird es ein Banner, dass er bei seinen Aktionen ausrollt: „Ich will doch nur fotografieren!“

Bernhard Rein