Jetzt käuflich erhältlich und öffentlich vorgestellt: Anatol und der Räuberlehrling

Eigentlich wird die die „Ästhetisierung des Bösen“ wissenschaftlich Marquis de Sade zugeschrieben und der erreichte erst jüngst durch den Erfolgsbuch- und Filmtitel „Fifty Shades of Grey“ neue Berühmtheit. Nun gibt es auch in den Ruster Rheinauen eine „Ästhetisierung des Bösen“ – durch das kleine Waldschwein Anatol und den Räuberlehrling Paul.

Keine Angst, es droht keine reelle Gefahr. SWR-Redakteur i.R. Willi Keller verstand es am Sonntag bei der Buchvorstellung „Anatol und der Räuberlehrling“ in der Aula der Schule das Werk von Karl-Heinz Debacher in einer etwas anderen Form vor- und darzustellen, sehr zum Gefallen des Publikums. Ironisch warf der Laudator den Autoren Karl-Heinz Debacher und Mathild Lefrançois sowie dem Illustrator Yannick Lefrançois vor, dass diese in fahrlässiger Weise jede Distanz zum Geschehen und zu den handelnden Wesen vermissen lassen. „Man spürt sogar ihre klammheimliche Freude am kriminellen Treiben Anatols. Sie machen selbst den Räuber-Azubi Paul zu einem Sympathieträger. Zeile für Zeile und Bild für Bild legen sie Gift, das die Leserin oder den Leser immer mehr beeinflusst“, meint Willi Keller ernst und doch schmunzelnd. Zum Schluss wird der Rezitierende aber versöhnlich: „Am Ende legt man diese biographische Dokumentation beiseite, gießt sich einen trockenen, runden und weichen Rotwein ein, greift nach der Pralinenschachtel, achtet nicht mehr auf die Gesundheit und steckt sich vielleicht auch noch eine wohlriechende Zigarre an und fragt sich im Rauchnebel: Wann kommt die nächste Geschichte von Anatol dem Waldschwein auf den Markt?“.
Franz Gruninger vom Kulturkreis Rust freute sich über die vielen Gäste, die zur Buchpräsentation gekommen war und noch mehr freue man sich beim Kulturkreis, dass der Name des „Chefs des Kulturkreis“ wieder auf dem Titel eines neuen Buches auftauchen würde. Passend musikalisch umrahmt wurde die Feier von dem neuen Trio KIMO mit Aurealian (Saxophon, Klarinette) und Daniela Kindilide (Panflöte) sowie Christian Moser (Keyboard).
Ernst Lavori vom gleichnamigen Verlag aus Freiburg dankte für die angenehme Zusammenarbeit und überreichte symbolisch das erste Exemplar an den Autor. Mitautorin Mathild Lefrançois (französische Übersetzung) konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Feier teilnehmen. Illustrator Yannick Lefrançois kam zwar verspätet, aber bei der anschließenden Signaturstunde der ersten verkauften Bücher überraschte er jeden mit einer persönlichen Zeichnung in die einzelnen Bücher.

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