Schützenverein investiert 32.000 Euro: Ruster Schützen werten jetzt elektronisch aus

Die Ruster Schützen machen es jetzt elektronisch, zumindestens die Trefferanzeige. Am Sonntag wurde mit einem kleinen Fest die neue Elektronische Trefferanzeige (ETA) auf dem Kleinkaliber- und dem Luftgewehrstand präsentiert und eingeweiht. Rund 32.000 Euro hat der KK-Schützenverein 1927 Rust in die Anlage investiert.

Da ließ es sich auch Rathauschef Kai-Achim Klare nicht nehmen und schaute bei der Eröffnung vorbei und feuerte mehrere Schüsse mit gutem Erfolg in Richtung der elektronischen Scheibe. Jetzt gibt es keine Diskussionen mehr: „Zehn oder doch nur Neun?“ – Nach dem Knall wird Sekunden später das Schussbild auf dem Android-Tablet neben dem Schützen sichtbar. Und nun ist das beste Ergebnis nicht mehr die Zehn, jetzt gibt es sogar 10,9, den König der Schüsse. Und den knallte am Sonntag gleich Vereinsmitglied Franz-Konrad Sigg in die Lichtschranke. In der Vereinsgastätte hörte man da ein Raunen, dorthin werden nämlich die Schussbilder auf große Displays übertragen. Wie funktioniert die ETA? Der Schatten des durchfliegenden Geschosses wird beim Hersteller Meyton durch ein lückenloses Lichtschrankengitter mit 768 Empfängersensoren erfasst und somit optisch berührungslos vermessen, was weltweit einzigartig ist. Die ETA ist inzwischen schon bei allen großen nationalen und internationalen Wettkämpfen im Einsatz. Nach der Serie kann sich der Schütze eine detailliertes Ergebnisblatt ausdrucken lassen: Trefferlage, Streuwert und der beste Teiler werden mit angezeigt und ausgedruckt.
Der Wechsel zur elektronischen Trefferanzeige war nicht nur ein finanzieller Kraftakt, sondern auch zahlreiche ehrenamtliche Stunden waren notwendig, so Oberschützenmeister Gustav Baumann. Die Verbindung mittels Netzwerk wurde auf dem Kleinkaliberstand mit Glasfaserkabel realisiert. Für die geplante Verbindung über das Stromnetz waren die Leitungen im Schützenhaus zu alt, deshalb musste ein neues Kabel verlegt werden. Die Anlage wird mit 5.000 Euro vom Südbadischen Sportschützenverband und mit 25 Prozent der Kosten von der Gemeinde Rust finanziert. Die restliche Summe deckte der Verein aus Sponsorengeldern: Firmen und Einzelpersonen spendeten für die Anlage. Auf einer großen Tafel wurden alle Spender für die Nachwelt verewigt.
Umgebaut wurden acht Luftgewehrstände im Innern des Schützenhauses und die acht Kleinkaliber-Stände, von denen zwei Stände auch für freie Pistole genutzt werden kann. Der Verein hat zur Zeit 169 Mitglieder, 30 aktive Schützen, davon drei Schützen, die eine freie Pistole nutzen. Und für die Jugend und für die Newcomer unter 12 Jahren gibt es auch einen speziellen „Lasergewehrstand“, da wird elektronisch mit Laser geschossen.