Viele Menschen kamen: Thomas- / Weihnachtsmarkt in Rust wollte auch ein Zeichen sein

Der letzte große Weihnachtsmarkt der Region vor dem Fest, der Thomasmarkt in Rust, wurde in diesem Jahr zu einem richtigen Publikumsmagnet. Die Marktbesucher kamen bereits in der Nachmittagsstunden in Scharen. Fast schien es so, als ob man nach den Geschehnissen auf dem Breitscheidplatz in Berlin ein deutlich Zeichen setzen wollte: Wir lassen unsere Traditionen nicht kaputt machen und wir halten zusammen.

Aufmerksamen Beobachtern ist es allerdings aufgefallen, dass sich der Thomasmarkt in diesem Jahr verändert hat. Auf der einen Seite gab es deutlich mehr Anbieter. Über 40 Händler, Gruppen, Schulklassen oder Vereine hielten ihre Waren feil. Auf der anderen Seite fielen die verstärkten Sicherheitsbedingungen auf. Hinter den üblichen Absperrbaken standen Fahrzeuge des Bauhofes der Gemeinde und sollten eine Einfahrt in die Marktstraße verhindern. Auch die Polizei war in diesem Jahr verstärkt auf dem Markt vertreten: Fuß- und Autostreifen waren unterwegs.
Einziges Manko des Thomasmarktswaren die ständigen Stromausfälle. Das bereitgestellte Stromnetz kam in diesem Jahr wohl wegen einem Mehr an Ständen an seine Belastungsgrenzen und in regelmäßigen Abständen wurde es dunkel oder die Lautsprecheranlage fiel aus. Das Problem, das schon seit längerem bekannt ist, will man aber nun zeitnah ausmerzen, so Bernadette Göhri von der Tourist-Info der Gemeinde Rust.
Groß war das Angebot an Glühwein und anderen vermeintlich wärmenden, hochprozentigen Getränken. Für die Kleinen gab es Kinderpunsch. Die wärmenden Getränke brauchte man allerdings, es war neblig und nasskalt. Dazwischen Stände mit „Last-Minute-Geschenkideen“, vom Parfüm über selbstgebastelte Dekorationsgegenstände oder Erzeugnisse aus der Natur. Nachmittags kam der Nikolaus und bescherte bei seinem letzten Stopp auf der Erde die Kinder mit Weckmänner. Die Kleinen drehten munter ihre Runden auf dem kostenlosen Karussell. Für wärmende und mediterrane Melodien sorgte am frühen Abend das „Duo Acustico Virgilio & Mary“.
Wenn sich vor der Rundbogenbühne auf dem Sonnenplatz Musikkapelle und Gesangverein zum gemeinsamen Lied versammeln, dann findet die große Verlosung des Gewerbeverbundes statt, die auch in diesem Jahr von Bürgermeister Kai-Achim Klare moderiert wurde. Zuvor allerdings erinnerte der Rathauschef an den schrecklichen Terroranschlag in Berlin. Er bat um das stille Innehalten während der besinnlichen Musik, um den Menschen zu gedenken, „die Opfer dieses perfiden Anschlags geworden sind“. Man habe sich die Entscheidung für den Ruster Markt nicht einfach gemacht. Man wolle mit dieser Veranstaltung den Zusammenhalt beweisen. Dank zollte Klare allen, die den Thomasmarkt ermöglichten: angefangen von der Tourist-Info über den Bauhof bis hin zu den Marktbeschickern selbst.

Wer in den letzten Wochen fleißig in Rust eingekauft hat, konnte seinen Gewinnpass mit Sammelpunkten füllen und hatte bei der Verlosung eine Chance auf wertvolle Preise. Tausende von Gewinnpässen schütteten Rudolf Ebert, Hubert Lehmann und Kurt Schmidt vom Gewerbeverbund in den bereitgestellten Betonmischer. Alle drei Hauptpreise blieben in Rust. Anna Obert erhält einen Einkaufsgutschein von 300 Euro, Mareike Feißt einen Handwerkergutschein im Wert von 200 Euro und Christa Ricci einen Restaurantgutschein über 100 Euro. Insgesamt wurden zusätzlich viele Sachpreise im Gesamtwert von 2000 Euro verlost.
Höhepunkt und Abschluss des Abends war der Auftritt von „Soulfamily“ aus Freiburg. 15 Sängerinnen, Sänger und Musiker boten weihnachtliche Gesänge. Das Publikum wippte an den Glühweinständen rhythmisch zu Soul, Pop oder Gospel mit und spendete Applaus für die Darbietungen.