Wie funktioniert Demokratie? Workshop des Europarates für junge Osteuropäer im Europa-Park

Europarat
30 politisch interessierte Studenten aus Polen, Moldawien und aus der Ukraine waren anlässlich des Bildungsprogramms der Korczak Initiative in Deutschlands größtem Freizeitpark zu Gast. Die Korczak Initiative ist von der Ständigen Vertretung Polens beim Europarat in Straßburg gegründet worden und will jungen Menschen die Grundzüge der Demokratie sowie das Konzept einer gesamteuropäischen Kooperation vermitteln. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Entwicklung in der Ukraine gab es eine intensive Diskussion zur Zusammenarbeit auf europäischer Ebene. Das Programm der Korczak Initiative, das im polnischen Tarnów startete, wurde mit mehrtägigen Trainings und Seminaren im Europa-Park in Rust bei Freiburg abgeschlossen. Im Fokus stand dabei auch die vom Europarat initiierte Kampagne „NoHateSpeech Movement“, im Rahmen derer sich Jugendliche aus ganz Europa für ein respektvolles Miteinander im Internet einsetzen. Die Jugendlichen bekamen zudem eine Einführung in die vielfältigen Möglichkeiten des aktiven, demokratischen Handelns. Ziel der Trainings war es, den Teilnehmern politisches Verantwortungsbewusstsein näher zu bringen. Zum Abschluss kamen die Ständige Vertreterin Polens beim Europarat und Initiatorin des Programms, Botschafterin Urszula Gacek, ihr tschechischer Amtskollege, Tomas Bocek, der slowakische Amtskollege Drahoslav Stefanek sowie die Stellvertreter der Ständigen Vertretungen von Ungarn (Kinga Jensen-Magyar), Moldawien (Sergiu Mihov), Polen (Robert Drzazga), der Schweiz (Urs Beer) und der Ukraine (Oksana Pasheniuk) mit den Jugendlichen zu einer Abschlussveranstaltung im Europa-Park zusammen. Dabei betonte Roland Mack, Inhaber des Europa-Park: „Die gelebte Freundschaft und Begegnung von jungen Menschen ist ein Stück Friedenssicherung und die Grundlage für ein erfolgreiches Europa. Ich halte die Korczak Initiative für ein großartiges Programm. Seit vielen Jahren arbeiten wir eng mit dem Europarat und seinem Generalsekretär Thorbjorn Jagland zusammen, um beispielsweise auch Friedenscamps für junge Menschen aus Konfliktregionen wie dem Kosovo, der Kaukasus-Region oder auch Israel zu organisieren. Auf dieser Basis sind inzwischen zahlreiche persönliche Freundschaften entstanden“. Roland Mack ist seit vielen Jahren Sonderbotschafter des Europarates für Familien. Die Korczak Initaitive ist nach dem ermordeten polnischen Kinderarzt Janusz Korczak benannt. Korczak hat sein Leben armen Kindern gewidmet. 1878 in Warschau geboren war der polnische Arzt und Autor vor allem auch ein bedeutender Pädagoge, der ein jüdisches Waisenhaus in Warschau leitete und dafür seine Tätigkeit als praktizierender Arzt aufgab. „Wie man ein Kind lieben soll“ lautet sein wichtigstes pädagogisches Buch. Aufgrund des zunehmenden Antisemitismus erwog er Ende der 1930er Jahre die Emigration, blieb aber bei den etwa 200 Kindern des Waisenhauses, die er auch bei ihrem Abtransport in das Vernichtungslager Treblinka begleitete. Seine Aufzeichnungen enden 1942, man geht davon aus, dass er im Konzentrationslager umgebracht wurde. Posthum wurde er mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt. Er gibt zahlreiche Filme, Bücher und Stücke über seine Person und sein Werk.

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